Kirchen und Burgen im oberen Ederraum

Die Gesetzmäßigkeiten und Regelhaftigkeiten sind offensichtlich.  Das Vermessungssystem basiert auf 30° Winkeln. Wie dargestellt zählen dazu auch die 41°- und 49°- Winkel sowie 71° = 30° + 41°, 101° = 60° + 41°, 79° = 30° + 49°, 109° = 60° + 49°, 22° = 2 x 11°, 38° = 2 x 19°…


Die 30°- Winkel lehnen sich im Allgemeinen an die Haupthimmelsrichtungen an. Alte Kirchen und Kapellen stehen mit den umliegenden eisenzeitlichen Burgen in strengem geometrischen  Zusammenhang.

die ersten Schritte zur Konstruktion des Wabensystems

Die Kelten legten nach oben ausgeführten Erkenntnissen ein flächendeckendes „göttliches“ Wabensystem über die Landschaft. Unverrückbare Ordnungspunkte waren die Ringwallanlagen. Das Wabensystem besteht aus einem zentralen Hexagon mit Mittelpunkt und umliegenden weiteren Hexagonen. Die geniale Idee der Wabe garantiert eine gleichmäßige Aufteilung des Raumes mit hierarchischer Ordnung. Sie ist ein Instrument zur Steuerung einer nachhaltigen Raumentwicklung.

 

Dabei verfolgten die Vermesser offensichtlich eine bestimmte Strategie. Ausgangspunkte und erste Fixpunkte der Arbeiten waren das Umfeld deutlich überragende Berge, beispielhaft sind der Große Kopf bei Wingeshausen,  die Hohe Warte bei Alertshausen, der Stein bei Richstein und die Sackpfeife s. Hatzfeld angeführt.

 

Die Hohe Warte z.B. korrespondiert über das Winkelsystem mit den Burgen Dotzlar, Eisenberg, Aue, Wemlighausen sowie den Kirchen Raumland, Girkhausen, Wormbach und Wunderthausen. Der Winkel Burg Aue – Girkhausen – Hohe Warte ist z.B. 90° groß.

 

Die Messung von Winkeln in der Natur kann mit einfachen Mitteln durch bestimmte geometrische Figuren erfolgen. Eine solche Figur ist das gleichseitige Dreieck mit den 60°-Winkeln. Die Konstruktion eines Sechsecks ist denkbar einfach. Man zeichnet einen Kreis und trägt auf dem Kreisbogen sechsmal den Radius des Kreises ab. Durch einfache Operationen können ausgehend von dieser Figur weitere Grundwinkel wie 30° und 90° präzise abgegriffen werden.

 

Der Kreis schließt sich.  Elsoff und Wunderthausen im landschaftlich abgeschiedenen Elsofftal sind – wie aufgrund der dargestellten Untersuchungen nicht anders zu erwarten – auch mit Raumland, Girkhausen und einigen Keltenburgen systematisch verknüpft:
Der Winkel Raumland – Burg Wemlighausen – Wunderthausen ist präzise 150°, der Winkel Elsoff – Raumland – Burg Dotzlar 30° und der Winkel Elsoff – Wunderthausen – Girkhausen 120°.

 

Weiterführende Aufschlüsse und Erkenntnisse fördert eine detaillierte Betrachtung des Ederraumes mit den Standorten Burg Aue, Kirche Erndtebrück, Kirche Wingeshausen, Kirche Berghausen, Kirche Weidenhausen, Kirche Arfeld und Burg Dotzlar zutage.

Folgende Winkel sind zu konstatieren:

  • Kirche Erndtebrück – Kirche Berghausen – Burg Dotzlar   120°
  • Burg Aue – Kirche Berghausen – Kirche Weidenhausen   120°
  • Kirche Berghausen – Kirche Weidenhausen – Burg Dotzlar   60°
  • Kirche Weidenhausen – Burg Dotzlar – Kirche Arfeld   120°
  • Burg Aue – Kirche Berghausen – Kirche Wingeshausen   30°
  • Kirche Wingeshausen – Kirche Berghausen – Kirche Weidenhausen   150°
  • Kirche Berghausen – Kirche Wingeshausen – Kirche Erndtebrück   60°

Geometrische Gesetzmäßigkeiten der Gruppierung Kirche Erndtebrück - Kirche Wingeshausen - Burg Aue - Kirche Berghausen - Kirche Weidenhausen - Burg Dotzlar - Kirche Arfeld.

 

Parallel verlaufen die Strecken Burg Aue - Kirche Wingeshausen zu Kirche Weidenhausen - Kirche Berghausen und Burg Aue - Kirche Berghausen zu Burg Dotzlar - Kirche Arfeld.

Die gleichschenklige Kombination Kirche Wingeshausen – Burg Aue – Kirche Berghausen weist die Winkel 30° - 120° - 30° auf. Die Distanz vom höchsten Punkt der Burg Aue bis zur Kirche Wingeshausen ist 3309 m, die Streckenlänge vom höchsten Burgpunkt bis zur Mitte der Kirche Berghausen 3332 m. Die Differenz beträgt lediglich 23 m. Die Entfernungen wurden mit Hilfe der Längen-Messfunktion von TIM-Online ermittelt.

Für das untersuchte Gebiet sind weitere Feststellungen erwähnenswert.

 

Im Mittelalter und in der Neuzeit führte eine wichtige Straße aus dem Siegerland kommend von Erndtebrück nach Berghausen eng an der Vermessungslinie entlang. Abschnitte des alten Weges sind auf der Schummerungskarte gut zu verfolgen.

 

Wahrscheinlich haben die Kelten die Trasse bereits festgelegt. Für die Vermutung spricht auch die späthallstattzeitliche Nekropole (ca. 600 v. Chr.) unweit Birkefehl an dieser Straße.

 

Der "Eisenweg" folgt der Fortsetzung der Verbindung Kirche Wingeshausen – Burg Aue nach Süden und trifft im Bereich der Birkefehler Höhe auf die Strecke Erndtebrück – Berghausen.

 

Die Anordnung Alte Burg Obernau – Dreiherrenstein – Burg Aue weist präzise den Winkel 120° auf. Der Winkel Kirche Wingeshausen – Burg Aue – Dreiherrenstein ist genau 90° groß. Demnach könnte der archaisch wirkende Grenzstein auf die keltische Zeit zurückgehen. Auch der Name des direkt benachbarten Berges Riemen (Rie – Men) ist ein Indiz für die Vermutung. Men ist ein keltisches Wort für Stein.

 

Die Fortsetzung der Linie Burg Aue – Kirche Erndtebrück führt präzise zur Ederquelle. Der Ursprung des Flusses liegt auch unter der Verbindung  Alte Burg Obernau – Alte Burg Laasphe.  

 

Nach den Untersuchungsergebnissen insgesamt sind die keltischen Burgen und alten Kirchen in erster Linie als Eckpunkte eines Vermessungssystems mit einer Wabenstruktur anzusprechen. Die Orte stehen in einer räumlich-funktionalen Beziehung.

 

Daneben fungierten die Ringwallanlagen offensichtlich auch als Kalenderbauwerke, dafür spricht u.a. die Bedeutung der Haupthimmelsrichtungen und die Verwendung des Tierkreiswinkels von 30°.